Die Blockierung

Kategorie 12: Die Blockierung

Besonders das Kreuzbein-Darmbeingelenk neigt dazu, häufig zu blockieren. Das Kreuzbein-Darmbeingelenk, in der Fachsprache Iliosakralgelenk (ISG) genannt, ist ein wichtiges Gelenk der Wirbelsäule. Es verbindet das Darmbein mit dem Kreuzbein und überträgt das Gewicht der Wirbelsäule auf die Hüftgelenke. Es wird passiv durch Bänder (Iliosakralbänder) und aktiv durch Muskulatur gehalten. Kommt es zu einer Blockierung, ähnlich wie eine Schublade, die klemmt, treten Schmerzen auf. Ca. 30 Prozent aller tiefen Rückenschmerzen beruhen auf Blockierungen des Kreuzbein-Darmbeinge­lenks. Blockierungen der Lendenwirbelkörper (LWK) sind wesentlich seltener. Ursachen, die zur Blockierung führen, finden sie in der folgenden Tabelle.

Tabelle 1:

Minimale Fehlbelastungen, die bei vorgeschädigtem Gelenk zu ISG Blockierung führen kann:
– Seitliche Bückbewegung (Tischdecken, Staubsaugen, etc.)
– Niesen aus gedrehter Körperhaltung
– Seitenlage im Bett mit nach Vorn abgelegtem, angewinkeltem oberen Knie, bei gestrecktem unteren Bein (Fechterstellung)
– Tritt ins Leere (wie z.B Übersehen einer Treppenstufe)

Wird das Kreuzbein-Darmbeingelenk häufig fehlbelastet (Ursachen s. Tabelle 2) so entsteht hier eine Überbeweglichkeit. In der Folge kommt es leichter zu Blockierungen. Die Blockierung des ISG tritt meist plötzlich bei einer Fehlbewegung auf, ist teilweise von einem Knackgeräusch begleitet, wonach ein heftiger Kreuzschmerz auftritt, der anfänglich meist einseitig ist, aber über die nächsten Stunden auch auf die andere Seite ausstrahlen kann. Meist kommt es zu einer begleitenden Rückenmuskelverspannung, die den Betroffenen in einer steifen
Haltung verharren lässt.

Tabelle 2:

Ursachen, die eine Schwächung des ISG herbeiführen können:
– Sportarten, bei denen man wiederholt springt und auf einem Bein aufkommt, wie z.B. Volleyball, Handball, Skating
– Sportarten, die mit einer einseitigen Beinbelastung einhergehen, wie z.B. Fußball (das Schussbein), Kickboxen
– Lauftraining auf schiefen Ebenen (am Strand) oder in engen Kurven (auf einer Kreisbahn laufen)
– Beinlängendifferenzen
– Schwangerschaft
– Angeborene Überbeweglichkeit

Diese Haltung kann sowohl gebeugt als auch gestreckt fixiert sein. Der Laie nennt diese Symptomatik meist einen Hexenschuss. Der Schmerz kann über das Gesäß bis in die Wade ausstrahlen, ist aber im Gegensatz zum Bandscheibenvorfall ein dumpfer, nicht scharfer oder stechender Schmerz! Lähmungen kommen hierbei nicht vor. Im Liegen findet der Betroffene eine schmerzarme Position, während Drehungen mit Schmerzen verbunden sind. Aufstehen aus sitzender Position wird durch Armeinsatz (Abstützen und Hochdrücken an den Oberschenkeln) erleichtert.

Therapie:  Methode der Wahl ist die Chirotherapie, mit deren Hilfe man die Blockierung des ISG wieder auflösen kann. Diese Behandlung hat nichts mit dem von Laien vermuteten Einrenken zu tun! Der Chirotherapeut renkt nichts ein, sondern löst Blockierungen auf! Nach Deblockierung pflegen sich die Schmerzen meist innerhalb von 2-3 Tagen erheblich zu verringern. Sanfte Behandlungstechniken, wie Zugtechniken am Bein oder die Lagerung auf Keilen, machen die Chirotherapie für den Patienten zu einer gut tolerierbaren, von wesentlichen Nebenwirkungen freien Behandlungsform. Befürchtungen von Laien, es würde sich durch die Behandlung etwas ausleiern, sind absolut unsinnig. Sie gründen sich auf die antiquierte Ansicht, dass es sich bei der Störung um eine Verrenkung handele, was aber mit Sicherheit widerlegt worden ist.

Ist eine chirotherapeutische Behandlung nicht möglich, so hängt das weitere Vorgehen von der Begleitsymptomatik ab.


Kategorie 13: Die Übergangsstörung

Dr.med. Uwe Diedrich

Allgemeinarzt und Chirotherapeut mit niedergelassener Praxis in Norderstedt, Schleswig Holstein.

Das könnte dich auch interessieren …