Die Grünlippmuschel. Wirkung bei Arthrose & Arthritis!

Das in Grünlippmuscheln enthaltene Chondroitin, Glucosamin und die Eicosatetraeonicsäure sorgen für Schmerzverringerung und Beweglichkeit.

Bei der Grünlippmuschel (GM) handelt es sich um eine Muschelart, die im Südpazifik beheimatet ist. Sie wird hauptsächlich in Neuseeland in Farmen kultiviert, wobei die Produktion strengen Kontrollen unterworfen ist, um Verunreinigungen mit Toxinen, z.B. Schwermetallen, Bakterien oder toxischen Algen, zu verhindern.

Aufmerksamkeit erregte diese Muschelart dadurch, dass man bei den Ureinwohnern Neuseelands, den Maoris, eine außergewöhnliche Beobachtung machte. Maoris, die an der Küste lebten, zeigten nur selten Krankheitszeichen einer Arthrose oder Arthritis. Diejenigen aber, die in das Landesinnere zogen, zeigten nach Jahren die gleiche Häufigkeit von Arthrose- bzw. Arthritisbefall wie die übrige Bevölkerung. Der bisher gehabte Vorteil verschwand also langfristig gesehen mit dem Umzug.

Untersuchungen zu dieser Thematik enthüllten einen Zusammenhang mit dem Konsum der Grünlippmuschel. Forschungen zur Identifizierung der in den Muscheln enthaltenen Wirkstoffe förderten 3 Substanzen zu Tage! Das Chondroitin, ein Baustein von Knorpel, Knochen und Bändern, Glucosamin als Baustein der Gelenkschmiere und die Eicosatetraeonicsäure (ETS).

Bei letzterer handelt es sich um eine Omega-Fettsäure, von denen bekannt ist, dass sie eine antientzündliche Wirkung haben. In einem standardisierten Tiermodell zu Ermittlung der antientzündlichen Wirkung von Medikamenten, in dem Mäuse über ein heißes Metallgitter laufen und anschließend die Entzündung der Pfoten quantifiziert wird, zeigte sich die Wirksamkeit von Grünlippmuscheln. Die entzündlichen Veränderungen der mit den Muscheln vorbehandelten Tiere, fielen wesentlich geringer aus bzw. unterblieben teilweise ganz. Eine 1998 in der Zeitschrift Complemantary Therapies in Medicine veröffentlichte Studie, in der 60 Patienten, die an einer Arthrose bzw. an einer Arthritis litten, die Muscheln als Nahrungsergänzungsmittel erhielten, zeigte, dass es hierunter für beide Krankheiten zu einer positiven Wirkung bezüglich der Schmerzverringerung, der Gelenkabschwellung und der Gelenkbeweglichkeit  kam.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Grünlippmuschel zwei therapeutische Ansatzpunkte hat!

Erstens: Den knorpelschützenden Effekt über das Chondroitin und Glucosamin, wobei zu bedenken ist, dass die in Studien gefundene Wirkdosis für beide Substanzen so hoch liegt (Glucosamin –  1500 mg und Chondroitin– Sulfat 1200 mg), dass man täglich ca. 13 Gramm zu sich nehmen müsste, um diese Dosis zu erreichen. Diese Dosierung ist aber bei dem Geschmack und den hohen Preisen als eher illusorisch anzusehen.

Zweitens: Den antientzündlichen Effekt, für den eine tägliche Dosis von ca. 2 Gramm ausreichend. zu sein scheint, eine Dosierung, die als realisierbar anzusehen ist.

Dr.med. Uwe Diedrich

Allgemeinarzt und Chirotherapeut mit niedergelassener Praxis in Norderstedt, Schleswig Holstein.

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