Nahrungsergänzung bei Arthrose

Bei einer Arthrose zeigte sich in verschiedenen Studien eine gute Wirksamkeit über eine Nahrungsergänzung durch Chondroitin (CH) und Glucosamin (GA). Sowohl hinsichtlich einer Schmerzreduzierung, als auch hinsichtlich einer stabilisierenden Wirkung auf den Gelenkknorpel.

Beide Substanzen kommen als natürliche Bausteine in biologischen Organismen vor, wobei Chondroitin in Knorpeln, Knochen und Bändern enthalten ist und für die Stabilität dieser Strukturen sorgt, während Glucosamin als Hauptbestandteil von Hyaluronsäure, einer Substanz, die als eine Art von Gelenkschmiere wirksam ist, für die Gelenkfunktion wichtig ist.

In einem Übersichtsartikel, erschienen in „The Cochrane Library, 1.2002. Oxford: Update Software“ wurden verschiedene randomisierte Studien (37), die sich mit dem Thema Wirksamkeit von Glucosamin bei Arthrose beschäftigten, analysiert. Dabei fand sich für das Glucosamin im Durchschnitt aller Studien eine befriedigende, für das Chondroitin eine große Wirksamkeit.

In der Zeitschrift Lancet (März 2001) zeigte sich in einer Studie an 212 Kniearthrosekranken, dass sich unter einer Placebo-Therapie, eine Verschlechterung der Beschwerden und eine zunehmende Verschmälerung des Kniegelenkspalts (als Zeichen für einen Knorpelverlust) einstellte, während sich unter der Glucosamin-Therapie die Beschwerden verringerten und der Gelenkspalt konstant blieb.

Auch in einer neueren Studie in der Zeitschrift Curr Opin Rheumatol 2003 15(5) wurde die Wirksamkeit von Glucosamin und Chondroitin beschrieben. Glucosamin ist als Tablette eingenommen, bezüglich der Schmerz­­­verringerung, mindestens so wirksam wie ein NSAR, wobei die Unverträglichkeit auf Placeboniveau liegt. Nur 2% von 1500 Anwendern zeigten unter Glucosaminvergabe Nebenwirkungen. Diese waren hauptsächlich Magenbeschwerden, Durchfall oder Übelkeit.

Beim Altersdiabetiker wird nach neueren Forschungen der Blutzuckerspiegel  durch Glucosamin nicht beeinflusst. Während in Amerika, die reinen aus tierischem Knorpel gewonnenen Substanzen in der Drogerie angeboten werden (tägliche Dosis 1500 mg GA und 1200 mg Chondroitin ), werden in Deutschland eher andere Quellen für die Gewinnung von Chondroitin und Glucosamin herangezogen. Meist werden Haifischknorpel und Grünlippmuscheln eingesetzt.


Bei der Grünlippmuschel (GM) handelt es sich um eine Muschelart, die im Südpazifik beheimatet ist. Sie wird hauptsächlich in Neuseeland in Farmen kultiviert, wobei die Produktion strengen Kontrollen unterworfen ist, um Verunreinigungen mit Toxinen, z.B. Schwermetallen, Bakterien oder toxischen Algen, zu verhindern. Die Grünlippmuschel ist in Neuseeland ein beliebtes Nahrungsmittel. Sie hat neben einem hohen Anteil an Chondroitin und Glucosamin auch eine hohen Anteil an α-Omega Fettsäuren. Letztere haben einen vorbeugenden Effekt auf die Entwicklung einer Herzgefäß­erkrankung und können so der Entstehung eines Herzinfarkts entgegenwirken.  Die GM hat auch eine antientzündliche Wirkung. Sie ist deshalb auch bei der entzündlichen rheumatischen Arthritis eine sinnvolle Nahrungsergänzung.

Um ausreichende Mengen Chondroitin und Glucosamin durch Verzehr von Grünlippmuscheln zu sich zu nehmen, müsste man täglich ca. 13 Gramm verzehren, was in Anbetracht der hohen Preise für Grünlippmuschelkonzentrat nicht realisierbar ist. Man nimmt deshalb Tagesdosen von 2,5 Gramm (ausreichend für den antientzündlichen Effekt) und ergänzt zusätzlich mit Haifischknorpel oder reinem Chondroitin, um die erforderliche Menge GA und Chondroitin für den Knorpelschutz zu erhalten. Diese Präparation ist der amerikanischen Form (reines aus tierischem Knorpel isoliertes  Chondroitin und GA) von der Wirkung her überlegen.

In der Orthopädie übliche Behandlungsformen, wie die Einspritzung von Hyaluronsäure (Handelsnamen u.a. Artzal, Hylaform) ins Kniegelenk, sind teuer und der Nahrungsergänzung mit Glucosamin und Chondroitin unterlegen.

Eine Creme, die Glucosamin, Chondroitin  und Haifischknorpel enthält, ist bei der Therapie der Kniegelenksarthrose wirksam. Dies zeigt eine Studie im Journal  of Rheumatology 2003 :30; 523-528 . 63 Studienteilnehmer wurden entweder mit Placebo oder mit einer Creme, die als Wirkstoffe Chondroitin und GA enthielt, behandelt. Schon nach einem Tag stellte sich in der Wirkstoffgruppe ein deutlicher Rückgang der Beschwerden ein. Nach 8 Wochen besteht eine klinisch signifikante Besserung der Wirkstoffgruppe im Vergleich zur Placebogruppe. Durch die Gabe als Creme scheint sich die Konzentration von Glucosamin und Chondroitin im Gelenk, gegenüber der Gabe als Tablette, wesentlich stärker zu erhöhen.

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Dr.med. Uwe Diedrich

Allgemeinarzt und Chirotherapeut mit niedergelassener Praxis in Norderstedt, Schleswig Holstein.

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