Akupressur bei Störungen des Kiefergelenks

Verspannungen der Kaumuskulatur mit ihren Folgen wie Gesichtsschmerz, Kopfschmerz, Hörstörungen oder Ohrgeräuschen sind ein häufiges Problem. In Zeiten zunehmender Stressbelastung des Einzelnen kommt es zu vermehrter Anspannung der Kaumuskulatur (man beißt sich durch), wobei besonders die Kieferschließer betroffen sind. Ist dieses Problem erkannt, so ist die Therapie leider recht problematisch, zumal es schwierig ist, alte Angewohnheiten zu durchbrechen und den Kaumuskelbereich in einem entspannten Zustand zu halten.
Eine Möglichkeit, die Verspannung des Kiefergelenks wenigstens vorübergehend zu entlasten, bietet die Akupressur.

Dabei werden die zugehörigen Akupressurpunkte auf beiden Seiten des Gesichts mit festem Fingerdruck gehalten. Nach kurzer Zeit bemerkt man unter den Fingerkuppen ein pulsierendes Pochen. Ist dieses Pochen auf beiden Seiten synchron, d.h. pocht es links und rechts gleichmäßig, so kann man die Punkte wieder loslassen. Die Kaumuskulatur ist dann meist gut entspannt und die Akupressur war erfolgreich.

Der Akupressurpunkt findet sich unter dem Jochbeinbogen. Geht man unter den höchsten Punkt dieses Bogens und geht von dort ca. 5 mm nach unten, so ist man auf dem Akupressurpunkt angelangt.

Wie erkennt man aber, dass eine Störung der Kaumuskulatur vorliegt?

Hauptsymptom ist ein Verspannungsgefühl im seitlichen Gesicht, das meist im Kiefer– Ohrbereich, aber auch in den Schläfen auftritt. In den Schläfen kommt die Verspannung aus dem großen Kaumuskel, nämlich dem musculus temporalis, der hier erhebliche Spannungskopfschmerzen erzeugen kann.

Vielfach entstehen Verspannungen der Kaumuskulatur durch Störungen der Kiefergelenke. Hinweise auf das Vorliegen einer solchen Störung können sein:

  • Knackgeräusche bei Bewegung des Kiefergelenks
  • Eingeschränkte Mundöffnung
  • Angewohnheiten wie Zähneknirschen oder Zähnepressen

Bester Schutz sind Bewegung (lockeres, aber regelmäßiges Training) und Entspannung

Zahnmedizinische Ursachen:

  • Kieferfehlstellung / Zahnfehlkontakte und/oder Stress

Frühkontakte führen den Unterkiefer ohne Rücksicht auf die ideale Kiefergelenkposition in eine Fehlstellung. Die dadurch dauerhaft angespannte Muskulatur führt sehr häufig zu chronischen Kopfschmerzen, Kiefergelenksschmerzen, Nackenverspannungen, Blockaden, Gelenkentzündungen und sogar zu Rückenschmerzen.

Pressen + Knirschen:

Erstaunlich: viele Menschen reagieren ihren Alltagsstress an den Zähnen ab – „man beißt sich so durch“ – Manche pressen, manche knirschen.

Pressen macht man unbewusst und man übt eine enorme Kraft auf die Kaumuskulatur und das Kiefergelenk aus. Kopfschmerzen, Kiefergelenkbeschwerden und eine stark angespannte Muskulatur sind die Folge. Knirschen zerstört die Zähne und belastet Kiefergelenk und Muskulatur. Ursache für Knirschen kann sein: Störkontakt, Stress, Vererbtes Verhaltensmuster

Verdrehung der Schädelbasis

Bei unsymmetrischer Unterkieferlagebeziehung verdreht der Unterkiefer wegen der hohen Kraftübertragung via Kiefergelenke die Schädelbasis. Diese Stellung wird auf die HWS (Halswirbelsäule) übertragen und es kommt zur spiegelbildlichen Verschiebung im Becken mit entsprechenden Muskelfehlfunktionen.

Mehr zum Thema: Der zahnärztliche Funktionstherapeut

Dr.med. Uwe Diedrich

Allgemeinarzt und Chirotherapeut mit niedergelassener Praxis in Norderstedt, Schleswig Holstein.

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