Hilfe zur Selbsthilfe bei Kopf- & Nackenschmerzen

Ca. 40% aller Menschen werden wenigstens einmal im Jahr an Kopfschmerzen und/oder Nackenschmerzen erkranken. Ursächlich bekannt sind Auswirkungen vom sozialen Umfeld, Arbeitsplatz, und individuelle Stresssituationen. In einer über 3 Jahre an 1300 Arbeitnehmern, durchgeführten Studie , die in der Zeitschrift Spine veröffentlicht wurde,  fanden sich für das Auftreten von Nackenschmerzen in Verbindung mit dem Arbeitsplatz folgende Risikofaktoren (Faktor für Erhöhung des Risikos):

Verrichtung von Handlangerdiensten (2,5*)

Arbeit unter Zeitdruck ( 2*)

Arbeit unter starkem Leistungsdruck (2*)

Auch andere Studien haben ähnliche Resultate gezeigt, so dass von einem Zusammenhang zwischen Nackenschmerzen und beruflichen Anforderungen ausgegangen werden kann. Beachten sie also Folgendes:

Haben sie einen stressigen Beruf, so versuchen sie trotzdem entspannt zu bleiben. Sorgen sie dafür, dass sie ein Ablassventil für diesen Stress haben. Die besten Mittel zum Ausgleich sind Sport, autogenes Training oder Meditation. Trennen sie Berufs– vom Privatleben! Nehmen sie sich keine Arbeit mit nach Hause. Ihre Familie und ihr Nacken wird es ihnen danken:

Leiden sie häufig unter Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen?

Dann sollten sie ihren Kapuzenmuskel (Trapezius) abtasten, ob dieser eventuell für die Schmerzen verantwortlich ist. Kommt es in einem Muskel zu Störungen, so bilden sich sogenannte Triggerpunkte  (Trigger aus dem Englischen übersetzt  Auslöser). Diese bestehen aus einem verhärteten, runden, ca. 1 cm im Durchmesser großen Bezirk in einem Muskel. Übt man auf diesen Punkt einen stärkeren Druck aus, so löst man hier, im Gegensatz zu seiner Umgebung, einem stärkeren Schmerz aus, der auch auf charakteristische Weise in die Umgebung ausstrahlt. Diese Punkte treten bei jedem Muskel an ganz spezifischen Stellen auf.

Quelle: NDR

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Kopfschmerzen-Wenn-der-Kapuzenmuskel-dahintersteckt,kopfschmerzen138.html

Im oberen Link sind die Triggerpunkte im oberen Teil des Kapuzenmuskel (musculus trapezius descendens) als Punkte dargestellt. Können sie bei sich diese Punkte finden, so üben sie für ca. 2 Minuten einen tiefen Druck auf diese Stelle aus, wie hier mit einem Nobber ausgeführt, zur Not aber auch mit dem Daumen (Die Gelenkbelastung des Daumens kann Schmerzen auslösen). Die von diesen Triggerpoints ausgehende Schmerzen und die Schmerzausstrahlung gehen dann oft in kurzer Zeit deutlich zurück. 

Dr. med. Uwe Diedrich

Allgemeinarzt und Chirotherapeut mit niedergelassener Praxis in Norderstedt, Schleswig Holstein.

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